Thema: Erwachsene in der Kinderspielstadt

Es gibt sie und zwar in mehreren grundverschiedenen Rollen!

  • Da sind zuerst die, die die Kinderstadt veranstalten - zumeist Erwachsene mit pädagogischer Ausbildung und viele Helfer. Sie halten sich soweit es möglich ist aus der Handlung heraus, stellen aber die nötige Infrastruktur und die Einhaltung der Regeln sicher.
    Sie unterstützen und beraten und lösen gemeinsam mit den Kindern Probleme und Konflikte. Sie sind unverzichtbar für das Planspiel.
  • Dann gibt es Eltern - in manchen Spielstädten sind sie als Beobachter zugelassen, in anderen stehen sie vor verschlossenen Türen.
    Beides hat Vorteile und auch Nachteile. Müssen sie draußen bleiben, dann können die Kinder sich ungestört auf die Spielform einlassen und die Mitarbeiter müssen sich nicht noch zusätzlich um fragende oder auch meckernde Väter und Mütter  kümmern. Manchmal wollen sich Eltern auch ins Spiel einmischen, weil sie es einfach nicht anders gewohnt sind oder nicht aushalten können.

    Allerdings sehen die ausgesperrten Erwachsenen nicht die Energie, Freude und Neugierde, mit der sich ihre Sprößlinge in dem Spiel bewegen und bewähren.
    Sie müssen sich dann mit den Erzählungen ihrer Kinder begnügen und verstehen oft nur schwer um was es eigentlich geht. Von der unglaublichen Atmosphäre kriegen sie rein gar nichts mit.

    Hier wird möglicherweise die Chance vertan, auch den Erwachsenen "live" zu zeigen, welche Lern- und Entwicklungs-möglichkeiten sich auftun.
  • Erwachsene als Beobachter, Experten und Medienleute - Sie kommen aus Interesse oder weil sie eine Aufgabe übernommen haben, zum Beispiel als Dozent an der Mini-Uni oder weil sie für die Erwachsenen-Presse berichten. Während die Beobachter in  Kinderspielstädten das Schicksal der Eltern teilen, entweder sind sie drinnen oder draußen, kann keine Kinderspielstadt auf die Experten und Presseleute verzichten.

Erwähnenswert ist noch, dass es in allen Kinderstädten, in denen die Erwachsenen zuschauen dürfen, ganz bestimmte Regeln gibt, an die sie sich halten müssen - so dürfen sie zum Beispiel nicht in das Geschehen eingreifen.
Dass die Mini-Bürger das nicht mögen zeigt sich auch an den Versuchen in den Kinderstädten "Erwachsenenfreie Zonen" einzurichten.

Ob die Idee dazu immer von den Kindern selbst kommt?